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Bildschirmbrille – Augenuntersuchung

Kostenübernahme für Bildschirmbrillen sowie
Augenuntersuchungen

Nach Artikel 9 der Richtlinie 90/270/EWG besteht ein Anspruch auf Kostenübernahme für Bildschirmbrillen und Augenuntersuchungen ...

 

I. Bildschirmbrillen

Ein Kostenersatz für eine Bildschirmbrille kommt nur bei Verwendung auf
einem Arbeitsplatz in Betracht, bei dem der Bedienstete durchschnittlich
ununterbrochen mehr als zwei Stunden oder durchschnittlich mehr als drei
Stunden der Tagesdienstzeit mit Bildschirmarbeit beschäftigt ist.
Bei einer Bildschirmbrille handelt es sich ausschließlich um eine spezielle
Sehhilfe zum notwendigen Schutz bei Bildschirmarbeit. Erforderlich ist,
dass in einer augenfachärztlichen Untersuchung (siehe Punkt II) festgestellt
wurde, dass diese notwendig ist, weil normale Sehhilfen nicht verwendet
werden können.

Die Bildschirmbrille muss folgenden Anforderungen entsprechen:

  • 1) Abstimmung auf eine Arbeitsdistanz zum Bildschirm und den Belegen,
  • 2) Abstimmung auf die physiologischen Gegebenheiten und pathologischen Befunde des Arbeitnehmers, (keine Gleitsichtbrillen !)
  • 3) die Gläser müssen entspiegelt, dürfen aber nicht getönt sein.

Hinsichtlich der Brillenglasqualität sind unter Berücksichtigung von Punkt 2 zu verwenden:

  • a) Einstärkengläser für die Arbeitsdistanz zum Bildschirm
  • b) Mehrstärkengläser, entweder hohe Bifokalgläser für die Arbeitsdistanz zum Bildschirm und Beleg

oder Trifokal- oder Multifokalgläser mit besonders breitem Korridor für die Arbeitsdistanz zum
Bildschirm. Gleitsichtbrillen sind keine Bildschirmbrillen.

Bildschirmbrillen sind ausschließlich für die Tätigkeit am
Bildschirmarbeitsplatz und nicht für den Alltag bestimmt.

Sie dienen nicht der Korrektur einer sonstigen Fehlsichtigkeit.
Der Kostenersatz beschränkt sich auf die unbedingt notwendigen
medizinischen Anforderungen der Bildschirmbrille. Medizinisch nicht
erforderliche Sonderwünsche werden nicht ersetzt.

Hinsichtlich der Höhe des Kostenersatzes ist festzuhalten, dass vor der
Anschaffung eine angemessene Preisrecherche zu erfolgen hat. Bei
Ersatzbegehren über 145,35 € ist darüber hinaus dem Antrag
eine detaillierte Begründung mit entsprechenden Nachweisen anzuschließen.

Ein Anspruch auf Kostenersatz durch den Dienstgeber besteht nur
insoweit, als kein Kostenersatz durch die Sozialversicherungsträger
geleistet wird.

  • Es ist daher ratsam, vor Stellung eines Antrages auf Kosten-
    ersatz sich mit der zuständigen Versicherungsanstalt
    betreffend Kostenersatz in Verbindung zu setzen.

II. Augenuntersuchungen

Ein Kostenersatz für eine Augenuntersuchung wird für eine Untersuchung
der Augen und des Sehvermögens vor Aufnahme der Bildschirmtätigkeit,
sowie anschließend in Abständen von drei Jahren und weiters bei Auftreten
von Sehbeschwerden, die auf Bildschirmarbeit zurückgeführt werden
können, gewährt.

Die Untersuchungen können durch folgende Personen vorgenommen
werden:

Fachärzte für Augenheilkunde und Optometrie,

  • 1) Fachärzte für Arbeits- und Betriebsmedizin
  • 2) Personen, die zur selbstständigen Ausübung des ärztlichen Berufes
    im Sinne des Ärztegesetzes berechtigt sind und eine vom
    Bundesminister für Arbeit, Gesundheit und Soziales anerkannte
    arbeitsmedizinische Ausbildung absolviert haben,
  • 3) für die Durchführung der Überprüfung der Sehstärke auch Personen,
    die die Meisterprüfung im Augenoptikerhandwerk erfolgreich abgelegt
    haben.

Ein Kostenersatz ist nur gegen Vorlage der Rechnung möglich und
beträgt maximal 27,62 € pro ärztlicher Augenuntersuchung.

Ist aufgrund einer solchen Untersuchung eine weitere augenärztliche
Untersuchung erforderlich, kann eine solche vorgenommen werden.

Die Kosten für eine solche erforderliche augenärztliche Untersuchung
sind vom zuständigen Sozialversicherungsträger zu tragen. Laut Auskunft der
Österreichischen Ärztekammer setzt die Verschreibung einer
Bildschirmbrille stets eine augenfachärztliche Untersuchung voraus.

III. Antrag

Ein Antrag auf Kostenersatz ist schriftlich (formlos) zu stellen.